Das Zeitalter
der Hyperautomation

Was ist Hyperautomation?

Hyperautomation wurde von Gartner 2020 zum Technologietrend Nr.1 ernannt und 2021 wieder in die Liste der Top 10 Technologietrends aufgenommen. Hyperautomation bezeichnet dabei nicht “nur” klassische Automatisierungstechnologien, sondern ein ganzes Ökosystem an Technologien und neuartigen Ansätzen der Software- und IT-Automatisierung.

Welche neuartigen Ansätze und Technologien fallen unter “Hyperautomation”?

Die zentralen Technologien, die unter Hyperautomation zusammengefasst werden, sind folgende:

  • Task Automatisierung (z.B. mit RPA)
  • Prozessautomatisierung (z.B. mit iBMS und BPMN)
  • Workflow-Automatisierung (z.B. job scheduling, batch processing)
  • Intelligente Automatisierung (z.B. KI, ML, Data Science)
  • Integration von Daten und Applikationen (z.B. mit iPaaS)
  • API Management (Schnittstellen)

Die Liste zeigt bereits, dass das Vokabular rund um Automatisierung in den letzten Jahren stark angewachsen ist. Viele Hersteller versuchen, eigene Schlagworte zu prägen um ihr Angebot zu beschreiben – was es schwieriger macht, die einzelnen Technologien zu verorten. Genau dem soll Gartners Begriff der Hyperautomation entgegenwirken.

Wozu dann noch ein neues Wort?

Hyperautomation ist ein Sammelbegriff für die verschiedenen Ansätze und Technologien in der Automatisierung. So macht der Begriff es möglich, über das Thema Automatisierung zu sprechen ohne sich auf eine bestimmte Technologie festzulegen. Das ist sehr wichtig und sehr wertvoll.

Denn meiner Meinung nach brauchen wir eine neue Denkweise in der IT. Diese Denkweise sollte sich auf die Lösung von Problemen konzentrieren. Dabei wissen wir, dass es immer mehr verschiedene technische Lösungsansätze gibt. Die heutige Bandbreite an Technologien kann nicht mehr mit einer Handvoll von Begriffen beschrieben werden, die alle CIOs und IT-Experten kennen und verstehen.

Die zunehmende Komplexität in unseren Unternehmen und in unserer IT führt zu einer Verschiebung des erforderlichen Denkens und der erforderlichen Fähigkeiten: Es geht nicht mehr darum, alle neuen Technologien zu kennen – das ist inzwischen unmöglich. Es geht zunehmend darum, Ziele und gewünschte Ergebnisse formulieren zu können. Klare Ziele ermöglichen den Dialog mit Experten, die Ziele in passende Technologien übersetzen können. Dabei wird Expertise immer schmaler und tiefer: Automatisierung ist von einem Gemeinplatz der IT zu einem sehr vielfältigen Bereich geworden, in dem tiefe Expertise notwendig ist, um fundierte Technologie-Entscheidungen treffen zu können.

Der Begriff Hyperautomation dient genau dazu: er soll ein gemeinsames Verständnis dafür schaffen, das Automatisierung viele verschiedene Technologien umfasst. Er soll einen Dialog ermöglichen zwischen Laien, Experten und Entscheidungsträgern. Dieser Dialog fußt auf dem gemeinsamen Verständnis, dass Automatisierung vielfältig ist und die Wahl einer Automatisierungstechnologie nur mit Bezug auf eine klare Zielsetzung stattfinden kann.

Als Automatisierungs-Expertin ist es für mich äußerst hilfreich, mit Hyperautomation ein Wort zu haben, mit dem Gespräche beginnen. Ein Wort, das noch keine Technologie-Wahl vorweg nimmt und einen Dialog über Probleme, Bedürfnisse, gewünschte Ergebnisse und Technologien ermöglicht.

Ich freue mich auf diese Gespräche.

Geschrieben von

Margot Mückstein
Geschäftsführerin und Gründerin von Cloudomation

RPA vs. End-to-End Automatisierung
Die Suche nach dem Tech-Talent: Teil 1