Der Unterschied zwischen IDEs, lokalen Entwicklungsumgebungen und Remote Development Environments

In Ihrer täglichen Arbeit nutzen Sie vielleicht IntelliJ IDEA, Eclipse oder Visual Studio. Alle diese Werkzeuge bieten unterschiedliche Funktionen. Seit einigen Jahren werden IDEs auch in der Cloud angeboten. Manche Anbieter sprechen in diesem Kontext von Remote Development Environments. Was aber ist der genaue Unterschied zwischen IDEs und RDEs? Was meinen wir damit? Und was hat die lokale Entwicklungsumgebung damit zu tun?

IDE und lokale Entwicklungsumgebung

Der Vollständigkeit halber beschreiben wir kurz, was eigentlich eine IDE ausmacht.

Kurz und knapp ist es ein Werkzeug, das bei der Erstellung, Bearbeitung und Überprüfung von Code hilft. Diese besteht u. a. aus einem Editor, Syntaxhighlighting und Autovervollständigung. Ein Compiler/Interpreter und ein Debugger sind ebenso dabei.

Einige andere Tools können auch dabei sein: Zum Beispiel ein Linter oder die Anbindung an ein Versionskontrollsystem.

Traditionell wird lokal mit der IDE gearbeitet. Seit einiger Zeit sind auch Web IDEs verfügbar. In diesen Web IDEs ist es möglich, schnell und einfach Code-Anpassungen vorzunehmen. Eine IDE ist ein Teil der lokalen Entwicklungsumgebung.

Zusammengefasst in einer Tabelle:

IDE Lokale Entwicklungsumgebung
Werkzeug zur Erstellung, Bearbeitung
und Überprüfung von Code
Sammlung von Werkzeugen und Ressourcen
für die Entwicklung von Software
Beinhaltet normalerweise einen Editor,
Compiler/Interpreter, Debugger
Beinhaltet eine IDE, Compiler/Debugger,
Versionsverwaltung, Datenbank-Management-Systeme
(wenn benötigt) und alle Ressourcen, die für die Entwicklung
und Ausführung der Software benötigt werden.
Code-Erstellung im Fokus
Gesamte Entwicklung im Fokus


Dann gibt es noch Anbieter von Remote Development Environments. Was genau unterscheidet denn jetzt eine RDE von einer einer lokalen Entwicklungsumgebung…und einer IDE?

IDEs, lokale Entwicklungsumgebung und Remote Development Environments

RDEs sind Remote-Umgebungen, in denen Entwickler_innen alle Tools zur Verfügung haben, die sie für ihre Arbeit brauchen. Eine RDE ist ein Werkzeug, das Remote Development ermöglicht und einfacher macht. RDEs haben den Anspruch, lokale Entwicklungsumgebungen obsolet zu machen.

In unserem Blogpost “Was sind Remote Development Environments”, gehen wir darauf ein, was wir genau darunter verstehen.

Aber Achtung! Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet.

Wir bei Cloudomation sprechen von der Bereitstellung einer kompletten Remote-Umgebung, die mit einer lokalen Entwicklungsumgebung vergleichbar ist.

Damit sind wir schon beim Kern der Sache. Eine RDE soll die lokale Entwicklungsumgebung ersetzen. Der große Unterschied zwischen IDE und RDE ist, dass die RDE “mehr” als nur die IDE ist, da ein Build möglich ist und die Software auch ausgeführt werden kann.

 In der Tabelle erhalten Sie einen schnellen Überblick über die Unterschiede. 

Feature Web IDE Lokale IDE Lokale Entwick-
lungsumgebung
(custom)
RDE
(nach unserer
Definition)
Source Code Editor
Syntax Highlighting
Autocomplete
Source Control (integration)
Build: interpreting or compiling
and executing code
-
Debugging
-
Unit tests
-
-
Running full application
-
-
Integration tests
-
-
Packaging
-
-
-
-
Deployment
-
-
-
-

Der Vorteil von RDEs

Machen Sie einmal einen Zeitsprung. Stellen Sie sich die Situation vor, in der Sie neu in Ihr Unternehmen gekommen sind. Wahrscheinlich war das ungefähr so: Los gehts, das Onboarding steht an. Das hieß konkret, die Entwicklungsumgebung einzurichten. Können Sie sich noch erinnern, wie lange es gedauert hat?

Die Einrichtung einer lokalen Entwicklungsumgebung benötigt oft etwas Zeit. Teilweise sehr viel Zeit. Und manchmal sogar noch viel mehr Zeit.

Neben der IDE und dem Versionskontrollsystem müssen weitere Abhängigkeiten installiert werden. Oft auch die Software, die es zu entwickeln gilt. Und hier wird es meistens kompliziert. Je nach Komplexität kann das Einrichten Tage oder Wochen dauern. Erst dann kann die tatsächliche Arbeit beginnen. 

Dann fängt der Spaß aber meistens erst richtig an: Beispielsweise berichten 61 % der befragten Entwickler einer Github-Umfrage, dass sie einmal im Monat mit Troubleshooting der lokalen Entwicklungsumgebung beschäftigt sind.

Wie war das bei Ihnen? 

Hier kommen wir zurück zum Versprechen von RDEs.

Stellen Sie sich noch einmal die Situation im Unternehmen vor: Onboarding. Entwicklungsumgebung einrichten. Nur jetzt erhalten Sie per Klick alles zur Verfügung gestellt. Das heißt: Arbeiten ab Tag 1.

Remote stehen Ihnen alle Ressourcen zur Verfügung, die Sie benötigen. Das heißt: Standardisierung, weniger Zeitbedarf für individuelle Problembehebungen und flexible Equipment-Wahl, weil ressourcenintensive Vorgänge nicht am eigenen Rechner laufen müssen. 

Fazit

IDEs sind wie Werkzeugkästen. Sie stellen Tools zur Verfügung, um Code zu schreiben, Fehler zu finden und erleichtern die Arbeit. Im Gegensatz zu Remote Development Environments bilden sie aber nur einen Teil des gesamten Toolsets ab. Eine RDE bietet – je nach Anbieter – die Möglichkeit, dass sofort auf alle benötigten Ressourcen zugegriffen werden kann. Außerdem wird die Applikation, die entwickelt wird, innerhalb von RDEs betrieben. Auch das Builden ist möglich. Das erleichtert die Einrichtung der Entwicklungsumgebung, macht das Arbeiten einfacher und das Onboarding effizienter.

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    johannes

    Geschrieben von

    Johannes Ebner
    Marketing

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